Morgellons Symptome äußern sich meist über die Haut. Dabei treten aus offenen Hautläsionen, aus den Nasenlöchern und den Augenschleimhäuten der Betroffenen Keratinfäden -sogenannte „Fasern“ – aus, die aussehen wie Haare. Diese Keratinfäden sind unterschiedlich lang und dick. Auch die Farben dieser Fasern sind sehr unterschiedlich. Sie können schwarz, weiss, farblos, rot, aber auch blau und grünlich sein. Außerdem weisen die Erkrankten meist eine Vielzahl unspezifischer weiterer Symptome auf, die für Infektionskrankheiten typisch sind (Dermatitis, Erschöpfung/ sog. Fatigue/ neuronale Schmerzen uvm.).

Meist jedoch ist diese reale und rein körperliche Krankheit und ihre Symptome und Ursachen den Ärzten entweder unbekannt, oder wird als „Dermatozoenwahn“ rein psychischer Natur abgetan.

In den USA nahmen sich vor einigen Jahren eine neue Forschungsgruppe der Morgellons Symptome und Ursachen der Erkrankung an; darunter die renommierte Veterinär-Mikrobiologin PD M. Middelveen/ Kanada. Anlass war die Beobachtung, dass die Hautläsionen bei der Rinderkrankheit BDD= Bovine Digitale Dermatits oder Mortellaro-Krankheit, benannt nach dem Entdecker Professor Carlo Maria Mortellaro aus Mailand, dem Erscheinungsbild der Morgellons Symptome sehr ähnlich sind. Auch werden in den Hautläsionen der betroffenen Rindern ebenfalls Keratinfäden produziert, die allerdings borstiger sind als die Fäden, die in den Hautläsionen bei Morgellonpatienten gefunden werden. Es ist auch seit ca. 40 Jahren bekannt, dass man in den Hautläsionen der Rinder bzw. in den keratinbildenden Zellen der Haut, den „Keratinozyten“ die Bakterien “ Treponema brennaborense und Treponema denticola“ findet. Frau PD Middelveen verglich beide Krankheiten –  mit überraschendem Ergebnis:

Sie fand bei 25 Morgellonpatienten, mittels PCR- und DNA- Methode in den Hautläsionen, bzw. in den Keratinozyten der Haut, die Bakterien „Borrelia burgdorferi, also Borrelien und/ oder ebenso Treponema denticola“. Es scheint sich also bei der Morgellonkrankheit um eine Art „Hautborreliose“ zu handeln – eine schwere Infektionskrankheit. (Quelle Forscherarbeit, Middelveen: http://www.biomedcentral.com/1471-5945/15/1)

Bekannt ist seitdem: Bei den bei beiden Krankheiten – „Morgellons“ beim Menschen und „Mortellaro“ bei den Rindern – gefundenen Erregern, handelte es sich in vielen Fällen um Bakterien der Gattung „Spirochäten“. Dies sind morphologisch „korkenzieherähnliche“ Schraubenbakterien, die sich in Schleimzysten befinden. Dieser Aufenthaltsort schützt diese Bakterien sowohl vor dem körpereigenen Immunsystem als auch vor einer einfachen Eliminierung durch verfügbare Antibiotika. Dies ist ein Problem das z.B. von der persitierenden Lyme Borreliose bekannt ist, die ebenfalls durch Spirochäten ausgelöst wird. Die Bekämpfung dieser Krankheiten ist dadurch meist langwierig – aber möglich!

Da in Europa die Anzahl der Morgellonerkrankten immer mehr ansteigt, besteht dringend weiterer Forschungsbedarf. Unter anderem müssten weitere bakterielle Untersuchungen unternommen werden, um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine „subkutane Borreliose“ handelt – die dann wie eine klassische Borreliose erfolgreich behandelt werden kann.

Die Betroffenen hoffen nun auf zunehmende Unterstützung, so die Sprecherin der deutschen Selbsthilfegruppe Petra Hahn: „Kritiker der Morgellonerkrankung sollten sich vor Augen halten, dass es mittlerweile drei bezüglich der Hautläsionen Morgellons- Symptome ähnliche Erkrankungen gibt: Die Mortellarokrankheit beim Rind, die Morgellonkrankheit beim Mensch – und die Syphiliserkrankung beim Menschen. In allen drei Fällen handelt es sich um eine Spirochätenerkrankung, die der Hauptauslöser für die Entstehung der Hautläsionen sind. Deshalb ist es den Betroffenen sehr unverständlich, wieso behauptet wird, dass sich ausgrechnet die Morgellonpatienten ihre Hautläsionen selbst zufügen sollen – da es ja auch bei der Mortellarokrankheit und der Syphiliskrankheit unter Einfluss einer Spirochäte zu Hautläsionen kommt.“

Hierzu weisen die Betroffenen ausdrücklich darauf hin, dass die Selbsthilfegruppe und das mitwirkende Professoren- und Ärzteteam, sich ausdrücklich auf wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse stützt. Stiftung wie Gruppe halten grossen Abstand von im Internet all zu oft genannten, abstrusen Ursachen für die Morgellonkrankheit – wie Nanopartikel, Chemtrails und andere Verschwörungstheorien. Wir fordern lediglich bestmögliche Schul- und alternativmedizinische Hilfe, wie sie jedem an einer Infektion Erkrankten rechtlich zusteht.